West­fa­len­post

OLPE.   Span­nung unter der Vogel­stan­ge in Olpe. Rai­ner Brü­ser sichert sich die Königs­wür­de mit 138. Schuss und regiert jetzt mit sei­ner Lebens­ge­fähr­tin.

Er riss die Arme in die Höhe, sprang eupho­risch über die Wie­se und ließ sei­ner Freu­de frei­en Lauf: Rai­ner Brü­ser ist neu­er Schüt­zen­kö­nig des St. Sebas­tia­nus-Schüt­zen­ver­eins Olpe und regiert mit sei­ner Lebens­ge­fähr­tin Doro­thee Stern­berg.

Zur Olper Tiet um 11.07 Uhr mach­te der Aar end­gül­tig den Abflug. Bezie­hungs­wei­se der Rumpf, der von dem einst stol­zen Aar übrig geblie­ben war. Die fünf Anwär­ter zer­pflück­ten das höl­zer­ne Wap­pen­tier nach allen Regeln der Schieß­kunst und sorg­ten wäh­rend des knapp ein­stün­di­gen Schuss­wech­sels für so man­chen Atem­aus­set­zer bei ihren Kon­kur­ren­ten und den Zuschau­ern.

Das ers­te Rau­nen ging durch die Men­ge, als Bür­ger­meis­ter Peter Weber, nach dem tra­di­tio­nel­len Ver­le­sen der Schieß­ord­nung durch Tho­mas Har­den­acke, um 10.08 Uhr den ers­ten Schuss abgab. Auf Nach­fra­ge, ob er beim Olper Schüt­zen­vo­gel auch drauf hal­te, lehn­te das Stadt­ober­haupt dan­kend ab und sag­te, dass er in der ver­gan­ge­nen Woche sei­nem Schwa­ger an der Neu­enkle­us­hei­mer Vogel­stan­ge ledig­lich „Schüt­zen­hil­fe“ geleis­tet habe. Da hal­fen dann wohl auch die moti­vie­ren­den Wor­te von Schüt­zen­ma­jor Peter Lie­se am Sams­tag auf dem Markt­platz nicht.

Fünf ernst­haf­te Bewer­ber

Schnell kris­tal­li­sier­ten sich bei ziem­lich anhal­ten­dem Regen die fünf ernst­haf­ten Bewer­ber her­aus. Stark ver­tre­ten war die 7. Kor­po­ral­schaft mit vier Königs­an­wär­tern, zu denen neben Rai­ner Brü­ser auch Horst-Peter Becker, Tho­mas Hengs­te­beck und Micha­el Schrö­der, der just bei den Kor­po­ral­schafts­ver­samm­lun­gen in der ver­gan­ge­nen Woche sein Amt des Kor­po­ral­schafts­füh­rers nie­der­leg­te, gehör­ten.

Als star­ker Schüt­ze an der Vogel­stan­ge erwies sich auch Rudi Het­zel, ehe­ma­li­ger, lang­jäh­ri­ger Kor­po­ral­schafts­füh­rer der Ers­ten. Tho­mas Hen­ge­ste­beck, Kreis­schieß­meis­ter des Kreis­schüt­zen­bun­des Olpe, hat­te sich gewünscht, im 50-jäh­ri­gen Jubel­kö­nigs­jahr sei­nes ver­stor­be­nen Vaters Ulrich Hengs­te­beck in des­sen Fuß­stap­fen zu tre­ten.

Nach dem 100. Schuss wur­de eine der kür­zes­ten Schieß­pau­sen in der Geschich­te des Ver­eins – zwei Minu­ten – anbe­raumt. Danach ging es zur Sache. Das vor­letz­te gro­ße Stück Holz feg­te Rudi Het­zel mit dem 124. Schuss von der Stan­ge, als er nur noch den Rumpf übrig ließ, der eine beacht­li­che Dre­hung hin­leg­te. Mit dem 138. Schuss hat­ten die Kon­kur­ren­ten das Nach­se­hen.

Wir sind König“

Der neue Kor­po­ral­schafts­füh­rer der 7., Ste­phan Kna­e­bel hat sich gefreut, gleich bei sei­nem ers­ten Hoch­fest im Amt die Königs­kor­po­ral­schaft anzu­füh­ren. Letz­ter König aus der der 7. Kor­po­ral­schaft war Dirk Thö­ne (mit Köni­gin Tra­cy) im Jahr 2012. Für Rai­ner Brü­ser war es am Mon­tag der vier­te Anlauf auf die Königs­wür­de, den er inmit­ten sei­nes fast unter­bro­che­nen Jubels kom­men­tiert: „Das war auch an der Zeit. Ich bin total platt.“

Die neue Olper Köni­gin Doro­thee Stern­berg strahl­te mit „ihrer“ Majes­tät um die Wet­te und brach­te das eben­falls freu­de­strah­lend so man­ches Mal mit den Wor­ten: „Wir sind König“, zum Aus­druck.