Horst Becker und sein “And­re­alin”

Der Schüt­zen­ball in Olpe lässt bekannt­lich den Blut­druck ger­ne mal stei­gen. Beson­ders bei König “Hos­si”. Was sei­ne Frau Andrea damit zu tun hat 

Olpe. Seit dem Olper Schüt­zen­fest im ver­gan­ge­nen Jahr hat Horst Peter “Hos­si” Becker zusätz­li­che, wie­der­keh­ren­de “Andrealin”-Schübe”. Die­se äußer­ten sich bei der amtie­ren­den Olper Majes­tät, ani­miert von sei­ner Frau und Köni­gin Andrea, wäh­rend und nach sei­nem erfolg­rei­chen Königs­schuss und auch am Sams­tag beim Schüt­zen­ball. Erkenn­bar war die Frei­set­zung des “And­re­alins” in Koope­ra­ti­on mit dem bekann­ten Adre­na­lin, das bekannt­lich den Blut­druck und die Herz­fre­quenz erhöht, mit leich­ter Ner­vö­si­tät vor sei­ner Rede, strah­len­dem Gesicht bei der Polo­nai­se, sei­ner musi­ka­lisch, über­ra­schen­den Ein­la­ge am Schlag­zeug mit dem Musik­zug der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Ise­ring­hau­sen, unter Lei­tung von Mat­thi­as Reiß­ner, und der Freu­de gemein­sam mit der Fami­lie, Offi­zie­ren und zahl­rei­chen Gäs­ten das nächs­te High­light im Regent­schafts­jahr aus­zu­kos­ten.

Horst Peter Becker hielt aber auch den Adre­na­lin­spie­gel der gut­ge­laun­ten Gäs­te auf einem hohem Niveau. Garant dafür war sei­ne lau­nig-kurz­wei­li­ge äußerst unter­halt­sa­me Rede. Die zeit­li­che Abfol­ge sei­nes Schüt­zen­fest­mon­ta­ges, der mit dem Klin­geln des Weckers um 6.30 Uhr begann, wur­de von vie­len Lachern und Bei­fall beant­wor­tet.

Wer jetzt an eine Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se denkt, kennt nur die hal­be Wahr­heit. Defi­ni­tio­nen wie das “Phan­ta­sie­land für Olper” (Vogel­schie­ßen), “Schüt­zen­fest kam wie­der vier bis fünf Kilo zu früh” und sei­ner nach eige­ner Aus­sa­ge extrem süf­fi­san­ten, sehr intel­li­gen­ten und unheim­lich elo­quen­ten Ant­wort “Na gut”, auf die Ani­ma­ti­on sei­ner Frau Andrea, nach der Feu­er­pau­se wei­ter zu schie­ßen, sorg­ten für gute Unter­hal­tung.

Für eine wei­te­re Über­ra­schung sorg­te Horst Peter Becker mit sei­ner Schlag­zeug­ein­la­ge bei “Stair­way to hea­ven”, unter­malt von der gran­dio­sen Gesangs­ein­la­ge von Lea Wurm und dem fan­tas­ti­schen E-Gitar­ren­so­lo von Mari­us Albers. Die Majes­tät nutz­te auch die Gele­gen­heit der sieb­ten Kor­po­ral­schaft, sei­nen Offi­zie­ren Gabri­el Hoch­stein und Cars­ten Wudt­ke und ihren Frau­en Astrid und Maria zu Dan­ken und sag­te, dass aus die­ser Drei­fal­tig­keit bereits schnell eine tol­le Freund­schaft gewach­sen sei, die sei­ne Frau lie­be­voll mit den Wor­ten: “Oh wie schön mein Schatz, heu­te hast wie­der betreu­tes Fei­ern”, kom­men­tie­re.

Ein beson­de­rer Dank galt auch sei­ner Mut­ter Irm­gard, die am Schüt­zen­fest­mon­tag ein paar Trän­chen ver­goss, das Königs­jahr ger­ne beglei­te, ein offe­nes Ohr und immer ein Schnäps­chen parat habe. Als Über­ra­schung für Mama Irm­gard stimm­ten alle im Saal ein nach­träg­li­ches Ständ­chen zu ihrem 92. Geburts­tag an.

Der fan­tas­ti­sche Ball­abend war in vol­lem Gang und die Gäs­te, die sich so man­ches Mal mit ste­hen­den Ova­tio­nen und “Bravo”-Rufen” bei dem bes­tens auf­ge­leg­ten Musik­zug Ise­ring­hau­sen bedank­ten, lehn­ten sich ent­spannt zurück und genos­sen das Kon­zert auf höchs­tem Niveau, das noch so man­ches High­lights zu bie­ten hat­te.

Erwäh­nens­wert: “Sound of Ire­land” gar­niert mit musi­ka­li­scher Ein­la­ge fünf jun­ger Musi­ker, die den iri­schen Step­tanz per­fekt ersetz­ten und zum Fina­le das “Udo Lindenberg”-Medley, bei dem Flo­ri­an Schö­nau­er und Jen­ny Hal­be gesang­li­che Akzen­te setz­ten. Major Peter Lie­se schöpf­te in sei­ner Rede wie­der aus den Vol­len.

Eine Rei­he von Ehren­gäs­ten, unter ihnen die 25-jäh­ri­ge Jubel­köi­gin Susan­ne Ger­hard und die 40-jäh­ri­ge Jubel­kö­ni­gin Mar­lis Zin­ke, stan­den eben­so im Mit­tel­punkt wie eini­ge Anek­do­ten des Königs­paa­res. Major Lie­se ani­mier­te die etwa 800 anwe­sen­den Besu­cher mit Bür­ger­meis­ter Peter Weber auf des­sen run­den Geburts­tag vor zwei Mona­ten anzu­sto­ßen. “Vor­sorg­lich haben wir im klei­nen Saal eine Lie­ge bereit gestellt”, scherz­te der Olper Schüt­zen­chef .

Und noch ein Kalau­er von Major Lie­se: “Was­ser schmeckt erst, wenn es in der Braue­rei war. Und soll­te es mal wie­der knapp wer­den mit dem Was­ser, zäh­len Sie doch ein­fach auf unse­re Nach­bar­schafts­hil­fe.”

Natür­lich ging auch ein klei­ner Sei­ten­hieb des Majors nach Atten­dorn: ” Lie­ber Bür­ger­meis­ter Pos­pi­schil, soll­ten Sie am drit­ten Wochen­en­de wie­der ein Schüt­zen­fest besu­chen wol­len, dann kom­men Sie bes­ser gleich zu uns, aber bloß nicht mit dem Fahr­rad, son­dern mit dem Zug. Ich wer­de Sie am Olper Bahn­hof abho­len las­sen und dafür sor­gen, dass Sie wie­der in den Zug ver­frach­tet wer­den.”

800 Gäs­ter fei­ern mit “Hos­si” und Andrea Becker

Fan­tas­ti­scher Schüt­zen­ball mit erst­klas­si­ger Musik und gelun­ge­nen Anspra­chen

mari Olpe. Sucht man ein Syn­onym für das Adjek­tiv groß­ar­tig, so fin­det man vie­le art­ver­wand­te Begrif­fe wie her­vor­ra­gend, aus­ge­zeich­net, erst­klas­sig, exzel­lent, fan­tas­tisch oder ein­ma­lig. Und alle beschrei­ben tref­fend die Stim­mung, die am Sams­tag den Olper Schüt­zen­ball in der guten Stu­be der Kreis­stadt präg­te.

Schon beim Ein­zug des in Ham­burg leben­den Olper Königs­paa­res Horst Peter und Andrea Becker stieg das Stim­mungs­ba­ro­me­ter steil in die Höhe. Die 800 Gäs­te und beson­ders die 7. Kor­po­ral­schaft, die die Königs­kor­po­ral­schaft bil­det, lie­ßen ihr Königs­paar hoch­le­ben. Auch wenn der 56-jäh­ri­ge Schüt­zen­kö­nig fast 30 Jah­re in Ham­burg lebt, ist er in sei­ner Hei­mat­stadt Olpe beliebt und bekannt. Die meis­ten ken­nen ihn unter sei­nem Spitz­na­men „Hos­si“. Das Olper Schüt­zen­fest war und ist für „Hos­si“ ein Muss. Er kommt auch ger­ne nach Olpe, um sei­ne Mama Irm­gard zu besu­chen, die am Sams­tag unter den Gäs­ten war und einen Tag zuvor ihren 92. Geburts­tag fei­er­te. Zu ihren Ehren spiel­te das Orches­ter aus Ise­ring­hau­sen ein Ständ­chen, in das alle Gäs­te ein­stimm­ten. Eben­so freu­te sich Vor­jah­res­schüt­zen­kö­nig Rai­ner Brü­ser über das „Hap­py Bir­th­day“ von 800 Men­schen zu sei­nem 52. Geburts­tag.

Mit der kon­trast­rei­chen Ouver­tü­re „Dyna­mi­ca“ des bel­gi­schen Kom­po­nis­ten Jan von der Roost star­te­te der Musik­zug Ise­ring­hau­sen unter Lei­tung von Mat­thi­as Reiß­ner das wun­der­ba­re Kon­zert­pro­gramm. Mit der „Second Sui­te for Band“ des Kom­po­nis­ten Alfred Reed ent­führ­ten das Orches­ter die Gäs­te nach Kuba, Bra­si­li­en, Argen­ti­ni­en und Mexi­ko. Anmu­ti­ge Rhyth­men wech­sel­ten mit roman­ti­schen, beschwing­ten und span­nungs­ge­la­de­nen Melo­di­en.

Was wird uns in 2019 erwar­ten? Olpes Schüt­zen­ma­jor Peter Lie­se eröff­ne­te nach der Begrü­ßung Königs­paa­res Horst Peter und Andrea Becker, der 40-jäh­ri­gen Jubel­kö­ni­gin Mar­lis Zin­ke und der 25-jäh­ri­gen Jubel­kö­ni­gin Susan­ne Ger­hard – der 25-jäh­ri­ge Jubel­kö­nig Tho­mas Men­ne und die 50-jäh­ri­ge Jubel­kö­ni­gin Eva Schul­te hat­ten sich ent­schul­digt – und aller Gäs­te sei­ne Rede mit einer Fra­ge. Und lie­fer­te gleich eine Ant­wort: „Wün­schen wir uns eine Zukunft ohne Krieg und Ter­ror auf der gan­zen Welt und dass der lie­be Gott und der hei­li­ge Sebas­ti­an alle Men­schen vor Kata­stro­phen und Unheil beschüt­zen.“ Wor­auf sich die Men­schen freu­en kön­nen, ver­riet er auch: „Freu­en wir uns, dass wir uns in die­sem Jahr nicht den Kopf über das WM-Fina­le auf unse­rem Schüt­zen­fest zer­bre­chen müs­sen und dass der Schüt­zen­ball nicht auf dem Markt­platz statt­fin­det, dann wäre ja schon um zwölf Uhr Schicht.“

Der Major ließ das ver­gan­ge­ne Schüt­zen­jahr Revue pas­sie­ren und erin­ner­te an die Aus­sa­ge von Horst Peter Becker nach sei­nem Tref­fer am Königs­tisch: „Dass ich jetzt König bin, habe ich Andrea zu ver­dan­ken. Ich woll­te eigent­lich nach der Feu­er­pau­se auf­hö­ren, aber sie hat immer wie­der ‚mach wei­ter‘ gesagt.“ Lie­se ver­riet, dass Durch­set­zen ein Schlag­wort für den Crea­ti­ve Direk­tor ist. Weil er sein Spiel­zeug­au­to nicht mit­neh­men durf­te, habe er bereits als klei­ner Jun­ge Zuhau­se durch­ge­setzt, nicht mehr in den Kin­der­gar­ten zu gehen. Eben­so habe er sich nach sei­nem Stu­di­um gegen zahl­rei­che Bewer­ber um eine von der Ham­bur­ger Wer­be­agen­tur Sprin­ger & Jaco­by aus­ge­schrie­be­ne Stel­le durch­ge­setzt. Er sei ein­fach an der lan­gen Bewer­ber­schlan­ge vor­bei­mar­schiert und habe den erstaun­ten Damen und Her­ren im Bewer­bungs­raum gesagt, dass er ihr Mann sei.“

Ein wenig durch­ge­setzt hat sich König „Hos­si“ wohl auch wegen Königs­ket­te, die 5,9 Kilo wiegt und ihm im letz­ten Jahr schon nach weni­gen Metern Tra­gen zu schwer war. De Major hat­te ihm des­halb eine Tra­ge­hil­fe mit­ge­bracht, die eigent­lich als Ent­las­tung für eine Baby­kie­pe gedacht ist. Über Köni­gin Andrea Becker wuss­te er, dass sie lei­den­schaft­lich ger­ne kocht und stets ihre gesam­ten Uten­si­li­en mit nach Olpe bringt, wenn Beckers über Weih­nach­ten nach Olpe rei­sen. Inzwi­schen wuss­te er auch, dass sie Stöp­sel in den Ohren hat­te und des­halb das Klin­geln der Schel­le und des Tele­fons nicht hören konn­te, als er und Leut­nant Chris­ti­an Rat­te König „Hos­si“ nach der letz­ten Sit­zung nach Hau­se brach­ten und er den Schlüs­sel vom Eltern­haus in der Kamp­stra­ße ver­ges­sen hat­te. Kur­zer­hand hät­te Leut­nant Rat­te, der als Poli­zist in der Regel eigent­lich Ein­brü­che auf­nimmt, die Schei­be der Kel­ler­tür ein­ge­schla­gen, in der von innen der Schlüs­sel steck­te. Nach der gelun­ge­nen Rede des Majors spiel­te das Orches­ter die deut­sche Natio­nal­hym­ne, in die alle Gäs­te ste­hend ein­stimm­ten. Ste­hen­de Ova­tio­nen gab es zu Beginn des zwei­ten Kon­zert­teils für die Musi­ke­rin­nen und Musi­ker, die die Gäs­te mit dem Werk „The Sound of Ire­land“ regel­recht ver­zau­ber­ten.

Bei sei­ner Anspra­che gab Schüt­zen­kö­nig „Hos­si“ Becker sein klei­nes Schüt­zen­fest­mon­tag-Schieß-Pro­to­koll preis. Seit 6.30 Uhr habe sei­ne Frau Andrea immer wie­der gefragt „Und Schatz, schießt du heu­te?“ Auf sei­ne Ant­wort „Nein, mein Schatz, ich schie­ße nicht“, habe sie ent­geg­net „Das wol­len wir ja mal sehen.“ Dass er nicht schie­ße, habe er auch vie­len ande­ren gesagt, doch um 10 Uhr habe er plötz­lich ein paar „von die­sen hoch­mo­der­nen, oran­ge­nen Schieß­kar­ten“ in den Hän­den gehabt. In der Feu­er­pau­se habe er sei­ner gelieb­ten Gat­tin eine „Whats­App geschrie­ben: „Stei­ge jetzt bes­ser aus.“ Doch umge­hend habe sein Han­dy geklin­gelt. „Mach wei­ter, los, mach bloß wei­ter. Du machst das“, habe sie gesagt. „Ab die­sen Sekun­den ist alles anders“, beschrieb er die Zeit nach sei­nem Tref­fer um 11:09 Uhr. Alt­ma­jor und alter König Paul Imhäu­ser habe ihm am Rot­wein­tisch wie einen alten Obst­baum geschüt­telt und geschrien: „Ey, Hos­si, ist das nicht, als wenn ein gan­zer Film abläuft?“ Er habe erwi­dert: „Paul, das ist mehr als ein Film, das ist eine gan­ze Net­flix-Serie, und ich hab schon ein paar Staf­feln durch.“

Der König schwärm­te von den vie­len Gän­se­h­aut­mo­men­ten, die er und sei­ne Frau Andrea am Schüt­zen­fest­mon­tag 2018 erlebt haben und freu­te sich über das Kor­po­ral­schafts­lied „Olpe wohl unter Lin­den“, das ihm die 7. prä­sen­tier­te. An Major Peter Lie­se, Haupt­mann Hol­ger Har­nisch­ma­cher und den Vor­stand des St.-Sebastianus-Schützenvereins sprach er gro­ßes Lob aus: „In Zei­ten von neu­en Rat­ten­fän­gern, Into­le­ranz und wo Hass plötz­lich zur Mei­nung wird, schafft ihr mit dem Ümme­rich und dem Olper Schüt­zen­fest einen Ort, wo die Men­schen trotz viel­leicht gegen­sätz­li­cher Mei­nun­gen oder unter­schied­li­cher Welt­bil­der fried­lich mit­ein­an­der umge­hen, sich freu­en und zusam­men fei­ern. Wie viel Arbeit und Lie­be dahin­ter steckt, durf­te ich nun ansatz­wei­se erfah­ren und es gebührt mei­ner aller­höchs­ten Aner­ken­nung.“ Dank sprach er auch sei­nen König­sof­fi­zie­ren Gabri­el Hoch­stein und Cars­ten Wudt­ke aus, die ihn seit sei­nem Königs­schuss auf Schritt und Tritt, selbst auf Toi­let­te, beglei­ten wür­den. Sei­ne Frau Andra titu­lie­re die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten immer sehr lie­be­voll mit den Wor­ten „Oh wie schön mein Schatz, heu­te haben wir wie­der betreu­tes Fei­ern.“ Eben­so galt sein Dank sei­ner Frau Andrea, die sei­ne Traum­kö­ni­gin sei, und sei­ner Mut­ter Irm­gard. „Sie beglei­tet uns in unse­rem Schüt­zen­kö­nigs­jahr mit viel Freun­de und Schüt­zen­fest-Enthu­si­as­mus und hat immer eine klei­ne Geschich­te und ein Schnäps­chen parat.“

Nach sei­ner emo­tio­na­len Rede ließ es sich Schüt­zen­kö­nig „Hos­si“ Becker, der Mit­glied einer Alt­her­ren-Ama­teur­band in Ham­burg ist, nicht neh­men, das Ise­ring­hau­ser Orches­ter, Gitar­rist Mari­us Albers und Sän­ge­rin Lea Wurm bei der Prä­sen­ta­ti­on des Klas­si­kers „Sta­ir way to hea­ven“ der Kult­band „Led Zep­pe­lin“ als Schlag­zeu­ger zu beglei­ten. Wie er bereits im Alter von 25 Jah­ren bereits den Ümme­rich zum Toben brach­te, als er sich im Musik­pa­vil­lon an das Schlag­zeug setz­te, brach­te er auch die Stadt­hal­le zum Toben. Ein tol­ler Ein­stieg für den Olper Schüt­zen­marsch. Zur Höchst­form lief das Orches­ter beim Udo-Lin­den­berg-Med­ley auf, das Flo­ri­an Schö­nau­er und Jen­ny Hal­be gesang­lich wun­der­bar beglei­te­ten. Die Gäs­te hielt es nicht mehr auf den Plät­zen. Sie hono­rier­ten die gran­dio­se Leis­tung der Ise­ring­hau­ser Musi­ke­rin­nen und Musi­ker mit fre­ne­ti­schem Applaus, Joh­len und Pfei­fen.

Dann war es Zeit für die glanz­vol­le Königs­po­lo­nai­se, die Köni­gin Andrea Becker in einem wun­der­schö­nen pink­far­be­nen Kleid und König Horst-Peter Becker gemein­sam mit dem Majorspaar Peter und Mari­on Lie­se anführ­ten. Nach dem tra­di­tio­nel­len Wal­zer­tanz spiel­te die Band „Sound Trans­fer“ zum Tanz auf und das Olper Königs­paar und sei­ne Gäs­te setz­ten die tol­le Stim­mung noch bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den fort.

Don­ner­hall mit Drum­sticks

St. Sebas­tia­nus-Schüt­zen fei­ern bun­ten Ball mit Kon­zert

Von Kat­ja Pohl. Olpe. Als der Olper Schüt­zen­kö­nig Horst Peter Becker sich schmun­zelnd die grü­ne Strick­müt­ze über­zog, um sei­ne Rede zu hal­ten, war das Geläch­ter auf dem Schüt­zen­ball groß. In die Olper Stadt­hal­le hat­te der St. Sebas­tia­nus-Schüt­zen­ver­ein ein­ge­la­den, um mit sei­nen Gäs­ten ein beein­dru­cken­des Kon­zert des Musik­zugs der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Ise­ring­hau­sen unter der Lei­tung von Mat­thi­as Reiß­ner zu erle­ben, aber auch um zwei lau­ni­gen Reden ihres Schüt­zen­kö­nigs und ihres Majors Peter Lie­se zu lau­schen.

Schüt­zen­kö­nig Horst Peter „Hos­si“ Becker zeich­ne­te in sei­ner Anspra­che unter dem Mot­to „Das klei­ne Schüt­zen­fest­mon­tag-Schieß-Pro­to­koll“ mit viel Humor sei­nen Weg zum Schüt­zen­kö­nig auf dem „Ümme­rich“ nach. Die Behaup­tung, er habe im Grun­de gar nicht auf den Kö- nigs­vo­gel anle­gen wol­len, wur­de dabei vom Publi­kum nicht so ganz ernst genom­men. Und sei­ne Aus­sa­ge, dass er die Königs­wür­de im Grun­de nur der uner­müd­li­chen Moti­va­ti­on durch sei­ne Frau Andrea Becker zu ver­dan­ken habe, sorg­te eben­falls für viel Hei­ter­keit.

Dass er ein sehr begeis­ter­ter König ist und als Wahl­ham­bur­ger den­noch sei­ner Hei­mat­stadt Olpe ger­ne die Treue hält, wur­de im Lau­fe sei­ner Rede sehr deut­lich – sei­ne Lie­be zum Schüt­zen­we­sen datiert schließ­lich auf die 1970er Jah­re. Mit 15 Jah­ren trug er 1977 den Vogel im Schüt­zen­zug.

Eine beson­de­re Freu­de mach­te Horst Peter Becker sei­ner Mut­ter Irm­gard auf dem Schüt­zen­ball. Die­se hat­te näm­lich gera­de ihren 92. Geburts­tag gefei­ert und erhielt, nach­dem ihr Sohn das den Anwe­sen­den ver­ra­ten hat­te, ein spon­ta­nes Geburts­tags­ständ­chen. Musi­ka­li­sche Majes­tät am Schlag­zeug Und auch wenn Major Peter Lie­se es in sei­ner Rede eigent­lich – nicht ganz ernst gemeint – unter­sagt hat­te, erober­te die musi­ka­li­sche Majes­tät sich dann den Platz am Schlag­zeug und don­ner­te ein vir­tuo­ses „Stair­way to Hea­ven“ in den Saal, das beglei­tet von Sän­ge­rin Lea Wurm und Mari­us Albers an der E-Gitar­re unver­gess­lich wur­de.

Major Peter Lie­se hat­te sein Ver­bot ja zum Glück augen­zwin­kernd aus­ge­spro­chen. Er ließ in sei­ner Rede das ver­gan­ge­nen Schüt­zen­jahr noch ein­mal Revue pas­sie­ren, erin­ner­te an das Kon­zert des Musik­korps der Bun­des­wehr aus Sieg­burg, das auf Ein­la­dung der Schüt­zen im Novem­ber 2018 in Olpe ein ful­mi­nan­tes Kon­zert gestal­te­te und an das höchst span­nen­de Vogel­schie­ßen, bei dem sich Horst Peter Becker mit dem 147. Schuss die Nach­fol­ge von Rai­ner Brü­ser sicher­te.

Geläch­ter bran­de­te auf, als Major Peter Lie­se davon berich­te­te, dass die Königs­ket­te mit den 38 Sil­ber­or­den dem neu­en Schüt­zen­kö­nig schon gleich am Schüt­zen­fest­mon­tag recht schwer erschien. Um ihm die Last zu erleich­tern, schenk­te er ihm eine Tra­ge­hil­fe, eigent­lich aus Ent­las­tung für Baby­kie­pen gedacht.

Die gelös­te Stim­mung nahm dann auch das Blas­or­ches­ter aus Ise­ring­hau­sen auf und beein­druck­te im zwei­ten Teil sei­nes mit­rei­ßen­den Kon­zerts mit Dis­co­sound, iri­schen Klän­gen, die dem „Lord of the Dance“ ernst­zu­neh­men­de Kon­kur­renz mach­ten und einem Udo Lin­den­berg­Med­ley. Die lau­ten Zuga­be-Rufe und der nicht enden wol­len­de Applaus spra­chen deut­lich von der Begeis­te­rung des Publi­kums, und so folg­ten noch wei­te­re Mär­sche, bevor die Schüt­zen sich schließ­lich zur tra­di­tio­nel­len Polo­nai­se auf­stell­ten, die Stadt­hal­le zum Tanz­saal mach­ten und sich von der Musik der Band „Sound Transfer“bis tief in die Nacht unter­hal­ten lie­ßen.

Wei­te­re Fotos: https://www.sauerlandkurier.de/fotos-videos/